Wanderung Jubiläumswarte

Am Freitag nach der Arbeit ging es – diesmal ohne Junior – zu einer nachmittäglichen Wanderung. Ausgesucht hatte ich mir eine Route aus meinem neuen Wanderbüchlein „Rund um Wien“. Der erste Teil der Strecke (bis zur Kreuzeichenwiese) deckt sich mit dem Stadtwanderweg 4, und ist daher auch ohne Karte gut beschildert.

Kurz folgen wie der Rosentalgasse, dann geht es aber gleich rechts über die Dehnegasse und hinein in den Dehnepark. Dieser ist Teil des Wienerwaldes und eigentlich mehr Wald als Park. Ursprünglich wurde er als Landschaftsgarten der Fürstin Paar (geb. Liechtenstein) angelegt – davon ist, durch mehrere Zerstörungen – nur wenig zu sehen. Wir durchqueren den sehr nett angelegten Kinderspielplatz und wandern entlang des Teichs und des Rosenbaches durch den Park. Vor Begeisterung durch dieses mit bis jetzt unbekannte Ausflugsziel, habe ich natürlich gleich mal darauf vergessen Fotos zu machen. Aber ich hab ich mir sowieso vorgenommen, den Dehnepark bald mal gemeinsam mit Junior zu besuchen.

SilberseeWir überqueren die Rosentalgasse und landen gleich im nächsten Waldgebiet, wo der Silbersee liegt. Wir beobachten kurz einen darüber fliegenden Kranich und gehen dann weiter.

Danach geht es ein Stück die steile Steinböckengasse hinauf – das einzige Stück der Strecke, das mir nicht so besonders gut gefällt und mit Junior wohl etwas mühsam geworden wäre. Allerdings liegt links des Weges die Lagerwiese Satzberg, auf der man jederzeit ein Päuschen einlegen kann (Oder man meidet gleich die Straße und geht über die Wiese hinauf). Der Weg führt dann in das Waldgebiet des Satzbergs, durchquert nochmals entlang der Wickengasse und des Seglerweges die Siedlung am Satzberg, bevor wir endgültig im Wald landen. Noch am Seglerweg fällt uns die Vielzahl der von den Bäumen hängenden Raupen auf.

DSC01342 [640x480]DSC01340 [640x480]Wieder daheim angekommen bestätigt die Recherche (z.B. ORF oder W24) – der Wienerwald ist dieses Jahr besonders stark von den Raupen, vor allem dem Frostspanner, betroffen. Lange wird dieses Schauspiel nicht mehr dauern, gerade mit Kindern ist es aber sicher spannend in der nächsten Zeit den Wienerwald zu besuchen, so einfach lassen sich die zahlreichen Raupen wahrscheinlich nicht mehr so schnell beobachten. Aufpassen sollte man nur bei dem Eichenprozessionsspinner.

Nachdem ich das Raupen-Fotoshooting vorerst beendet habe, wandern wir auf einem Fußweg entlang des Pelzer Rennweges weiter. Wir bewundern die riesigen Bärlauchfelder, die momentan überall blühen und beobachten noch das ein oder andere Getier.

BärlauchDSC01362 [640x480]Kurz darauf erreichen wir unser Zwischenziel – die Jubiläumswarte.

DSC01367 [640x480]Zum 50jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph 1898 wurde hier erstmals ein hölzerner Turm aufgestellt, der aber noch im selben Jahr durch ein Eisengestell ersetzt wurde. Die heutige Warte wurde 1956 eröffnet. Die Warte ist in den Sommermonaten frei zugänglich, und so steigen wir die 183 Stufen hinauf und genießen den Ausblick.

DSC01368aNun ist es Zeit für ein Päuschen. Da das danebenliegende ehemalige Schutzhaus heute die Waldschule Ottakring beherbergt, suchen wir uns ein Bänkchen auf der Vogeltennwiese. Bank und Tisch müssen wir uns allerdings mit Dutzenden von Raupen teilen.

20140502_180942Es wird gemütlich gepicknickt, bevor wir weiter entlang des Pelzer Rennweges zur Kreuzeichenwiese gehen. Dort verlassen wir auch den Stadtwanderweg 4, überqueren die Kreuzeichenwiese und gehen dann immer geradeaus weiter über den Heuberg. Wir beobachten noch den ein oder anderen Specht und erreichen schließlich die Marswiese. Das Wanderbüchlein führt einen jetzt nach rechts Richtung Autobusstation. Wir entschließen uns aber, den Weg entlang der Höhenstraße (Teil des Stadtwanderweg 3) Richtung Salmannsdorf zu nehmen. Ein gewagtes Unterfangen, bei dem wir die aufziehenden Gewitterwolken nicht wirklich beachtet haben. So nutzen wir die Chance auf eine trockene Heimkehr, als der 43B an uns vorbei fährt und direkt vor uns an der Haltestelle stehen bleibt. Im Bus entledige ich mich dann noch zweier blinder Passagiere – mit nach Hause nehmen muss ich die Raupen dann doch nicht. 😉 Wir schaffen es noch trocken von Neustift nach Sievering, und lassen den Abend im wunderbar gemütlich, heimeligen Café Nest ausklingen.

Alles in allem eine sehr nette Tour, vor allem auch mit dem ganzen Getier das wir beobachten durften. Wunderbar sind zu dieser Jahreszeit auch die riesigen blühenden Bärlauchfelder. Laut Wanderbüchlein ist die Strecke in 2:15 Stunden zu schaffen, wir haben nicht genau auf die Uhr geschaut, dürften aber in etwa so lange gebraucht haben. Mit Kindern als gemütliche Tagestour auch zu machen, kinderwagentauglich ist der Weg allerdings nicht. Spielplatz gibt es am Anfang (Dehnepark) und am Ende (nicht ganz auf der Route, im Schwarzenbergpark neben der Marswiese), dazwischen bieten sich aber jede Menge Wiesen für Pausen an. Da es bei der Jubiläumswarte kein Gasthaus gibt, empfiehlt es sich genug Proviant für ein Picknick mitzunehmen, der Wasservorrat kann direkt bei der Warte aufgefüllt werden.

 

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