Ganz im Moment

Das Leben mit Kind ist lauter, bunter und turbulenter als man sich das vorher so vorstellt. Mit dem ersten Kind lernt man im Moment zu leben und diese Momente zu genießen. Wenn das Kind sich überraschend an einen kuschelt obwohl man eine halbe Minute vorher noch die blödeste Mama der Welt war. Es einem Gänseblümchen schenkt. Sich in Rockstar Manier vor einen stellt und ein selbst gedichtetes Lied singt, in dem es nur darum geht wie lieb es seine Eltern hat.

Zu ganz besonderen Momenten zählen die zahlreichen ersten Male, die man mit seinem Kind erlebt. Beim großen Bruder sind diese Momente seltener geworden, beim kleinen Zwerg jagt jetzt im ersten Jahr ein erstes Mal das andere. Letzte Woche hat sich der kleine Mann das erste Mal vom Rücken auf den Bauch gedreht.

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Es geht so schnell. Das erste Jahr rennt von einem Entwicklungsschritt zum nächsten. Und auf einmal hat man kein Baby sondern ein Kleinkind im Arm. Ich stehe mittlerweile immer wieder entgeistert vor meinem großen, schlaksigen Schulkind und frage mich, wo die Zeit hin ist. Es wird also die nächsten Jahre nicht wirklich besser werden, aber das Tempo des ersten Jahres ist unübertroffen.

Bei dem Großen habe ich jedem dieser Entwicklungsschritte entgegengefiebert. Wie aufregend! Er dreht sich. Er robbt. Er steht. Es war nicht so, dass ich ungeduldig war. Oder meinem Kind etwas abfordern wollte zu dem es nicht bereit war. Aber trotzdem habe ich irgendwie in diesen Entwicklungsschritten gedacht. Er kann schon… Er macht schon fast… Vielleicht auch, weil natürlich auch die ganze Umwelt danach fragt und wissen will, was er denn schon alles kann und macht.

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Beim zweiten Kind lernt man die Langsamkeit genießen. Ich warte nicht darauf, dass er irgendetwas lernt und kann. Ich genieße jeden Tag, an dem er nichts anderes will als gehalten und getragen werden. An denen die Welt anschauen Arbeit genug ist. Ich habe es nicht eilig, das schlafende Baby aus meinem Arm ins Bettchen zu legen. Das dreckige Geschirr in der Küche kann warten. Lieber schaue ich ihm beim Schlafen zu. Weil diese Momente viel zu schnell vorbei gehen.

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